Braucht man einen professionellen Hochzeitsfotografen oder reicht „Onkel Bob“?
Diese Frage höre ich tatsächlich immer wieder – und ich kann gut verstehen, warum sie gestellt wird. In fast jeder Familie gibt es jemanden, der gerne fotografiert und vielleicht sogar eine gute Kamera besitzt. Da liegt der Gedanke nahe: „Warum sollten wir zusätzlich einen Hochzeitsfotografen buchen?“
Die Antwort darauf ist nicht einfach ein Ja oder Nein. Denn natürlich kann auch ein Familienmitglied wunderschöne Fotos machen. Viel wichtiger ist die Frage: Wie möchtet ihr euren Hochzeitstag erleben und an ihn zurückdenken?
Darf Onkel Bob einfach Gast sein?
Stellt euch vor, euer Onkel oder bester Freund übernimmt die Hochzeitsfotos. Während alle gemeinsam lachen, anstoßen und den Tag genießen, ist er ständig auf der Suche nach dem nächsten Motiv. Er achtet auf das Licht, läuft von einem Ort zum anderen und überlegt, welchen Moment er auf keinen Fall verpassen darf.
Natürlich kann das funktionieren. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass dieser Mensch eure Hochzeit nicht unbeschwert als Gast erlebt.
Ein professioneller Hochzeitsfotograf nimmt euch genau diese Verantwortung ab. Eure Familie und eure Freunde können den Tag mit euch verbringen – und müssen sich keine Gedanken darüber machen, ob gerade der Ringtausch oder der erste Kuss perfekt festgehalten wurde.
Es geht nicht nur um die Kamera
Eine hochwertige Kamera kann heute fast jeder kaufen. Was man nicht kaufen kann, ist Erfahrung.
Ich erinnere mich noch gut an die erste Hochzeit, die ich in diesem Jahr begleiten durfte. Innerhalb kürzester Zeit wechselten die Lichtverhältnisse ständig: von grellem Sonnenlicht in eine dunkle Kirche, wieder hinaus in den Schatten und kurz darauf zurück in die Sonne. Jede Situation verlangte andere Kameraeinstellungen – und manchmal blieben nur wenige Sekunden, um richtig zu reagieren.
Ich gebe zu: In diesem Moment kam ich ganz schön ins Schwitzen. Aber genau das macht Hochzeitsfotografie aus. Viele Situationen lassen sich nicht planen und oft bleiben nur wenige Sekunden zum Reagieren. Umso wichtiger ist es, auch dann den Überblick zu behalten und ruhig zu bleiben.
Der Ringtausch, der erste Kuss oder eine liebevolle Umarmung lassen sich nicht wiederholen. Sie passieren genau einmal. Genau deshalb ist Erfahrung so wertvoll – nicht weil immer alles perfekt läuft, sondern weil man auch in herausfordernden Situationen die wichtigen Momente sicher festhalten kann.
Was passiert, wenn etwas anders läuft als geplant?
Nicht jede Hochzeit findet bei strahlendem Sonnenschein statt. Manchmal zieht eine dunkle Wolke auf, manchmal regnet es oder das Licht in der Kirche ist schwieriger als erwartet.
Für mich gehören solche Situationen einfach dazu. Ich überlege dann nicht, ob schöne Bilder entstehen können, sondern wie sie entstehen können.
Oft sind es gerade diese ungeplanten Momente, die am Ende zu den schönsten Erinnerungen werden.
Eure Erinnerungen sind einmalig
Nach der Hochzeit wird vieles irgendwann verblassen.
Die Blumen welken.
Die Hochzeitstorte ist längst gegessen.
Das Kleid hängt sorgfältig verstaut im Schrank.
Was bleibt, sind eure Erinnerungen – und die Bilder, die euch immer wieder zurück zu diesem besonderen Tag bringen.
Deshalb lohnt es sich, sich vor der Hochzeit in Ruhe zu überlegen, welchen Stellenwert diese Erinnerungen für euch haben.
Meine persönliche Meinung
Ob ihr euch für einen professionellen Hochzeitsfotografen entscheidet oder jemanden aus eurem Familien- oder Freundeskreis bittet, eure Hochzeit zu begleiten, ist ganz allein eure Entscheidung.
Mir ist nur wichtig, dass ihr diese Entscheidung bewusst trefft.
Falls ihr einen „Onkel Bob“ habt, der leidenschaftlich gerne fotografiert, dann lasst ihn seine Kamera an eurem Hochzeitstag ruhig mitbringen. Die schönsten Schnappschüsse entstehen oft genau dann, wenn Familie und Freunde den Tag einfach genießen.
Für die Momente, die sich nie wiederholen lassen, darf aber gerne jemand verantwortlich sein, dessen einzige Aufgabe an diesem Tag eure Erinnerungen sind.
Denn eure Hochzeitsfotos erzählen eure Geschichte – nicht nur für euch, sondern vielleicht irgendwann auch für eure Kinder und Enkelkinder.


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